Armin Hohenadler

Ironman/Ultraläufer

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Ironman Southafrica

Posted by armin on 22nd März 2009

Am Sontag den 05.04.2009 um 7 Uhr war es soweit, der Startschuss zum Ironman Südafrika. Ich war bereits eine Woche vorher in Kapstadt angekommen und habe mit meinen Freund Jakob auf den Weg von dort nach Port Elisabeth über die Gardenroute bereits einige Abenteuer erlebt. Die Natur, die Tiere, aber auch die vielen schwarzen Menschen sind einfach wunderbar. Die Tage vor dem Rennen haben wir noch die Strecke abgefahren, was aber gar nicht so leicht war, da wir 35 km/h Wind hatten und wir uns ganz schön ins Zeug legen mussten, um richtig vorwärts zu kommen. Aber auch im Meer wars nicht immer gerade einfach, da hier auch immer gut Wind und Wellen waren.Das Schlafen in der Nacht vor dem Rennen war wie immer etwas unruhig, aber schließlich klingelte dann doch um 4 Uhr das erste Mal der Wecker, um das Frühstück einzunehmen. So kurz vor 6 Uhr gingen wir dann zum Rennen, um noch die letzten Vorbereitungen zu treffen. Es war an diesen Tag sehr ruhig, kein Wind, man fühlte nur die Anspannung in den Körpern der Athleten.

Schwimmen


 Pünktlich um 7 Uhr kam der Startschuss aus einer großen Kanone und dann ging es endlich los. Ich war ganz rechts außen, wo ich gut wegkam. Das Schwimmen lief soweit ganz gut, nur ich war eigentlich immer alleine, denn entweder links oder rechts waren Gruppen, die zusammen geschwommen sind. Die erste Rund verging sehr schnell und so mussten wir auch schon kurz an Land, wo ein paar Meter zu laufen waren, bis es wieder zurück in die zweite Runde ging. Auch diese war schnell vor rüber und ich gab auf den letzten Metern noch mal alles. So aber jetzt nichts wie raus und in die Wechselzone. Der Wechsel war gut, nur meine Schwimmzeit mit 1:09:30 (440. Rang) hätte besser sein können, aber es war ja doch etwas Seegang.
Radfahren
Endlich saß ich auf dem Rad, die ersten 10 km stieg es bis zum höchsten Punkt der Strecke an. Dann kam eine längere Abfahrt, bei der man gut 70 km/h erreichte. Bis zum Wendepunkt war die Strecke wellig und der Rest dann ziemlich flach. Es waren 3 Runden a 60 km zu fahren, was eigentlich nicht gerade meines war, denn mir ist eine gesamte Strecke schon am liebsten.
Es ging gut vorwärts und konnte so viele überholen. Die erste Runde war es noch nicht so heiß, so fuhr ich einen 39 km/h Schnitt, musste aber dann etwas Tempo rausnehmen. Die Zeit verging schnell, aber bereits Anfang der dritten Runde merkte ich, dass mit meinen Magen etwas nicht stimmte und ich kaum noch was rein bekam. Die letzten 30 km konnte ich dann kaum mehr tief einatmen, da sich da unten alles total verkrampfte. Eigentlich hätte ich hier das Rennen aufgeben müssen, aber ich habe immer an den Spruch von Achim denken müssen „Never give up“ und so machte ich weiter. Ich war 4:55 Std. auf dem Rad und hatte so die beste Radzeit in meiner AK und die 17. Gesamt.Laufen
 
Ich kam nach 6:06 Stunden auf die Laufstrecke und eigentlich wäre es auch bestimmt eine super Gesamtzeit geworden, aber unter diesen Voraussetzungen, hatte ich da keine Change. Ich lief los, aber der Magen schmerzte und ich konnte nur noch flach atmen. Es war eine reine Qual, obwohl ich ja sonst so gerne laufe und ich mich ja immer auf die letzte Disziplin freue! Als ich dann noch mal was von den isotonischen Getränk zu mir nahm, kollabierte ich total und musste das erst mal bei einem Rennen neben die Strecke, um eine Pause zu machen, da ich sonst wohl komplett weg gewesen wäre. Als ich dann auf der Toilette war, ging es wieder etwas und ich versuchte wieder zu laufen. Die Beine waren o.k., aber die Schmerzen kaum erträglich. Wie sollte ich hier noch 2 weitere Runden überstehen. Ich sah mich bereits schon auf einer Bahre, in der ich weggetragen werde. Ich hielt durch und lief immer wieder ein paar Kilometer, bis es mir wieder schwarz vor den Augen wurde und ich die Magenschmerzen nicht mehr aushielt. So schleppte ich mich Kilometer für Kilometer weiter. Die letzten 3 km nahm ich noch mal alle Kraft zusammen und lief nach 4:15 Std. Marathon durchs Ziel. Meine Gesamtzeit war 10:25 (61. Gesamt und 10. AK). Von hier ging es gleich ins Medical Zelt, wo einige Ärzte an mir dran waren und mir Infusionen gaben. Nach gut einer Stunde war ich da wieder draußen, aber mir ging es so schlecht, wie noch nie in meinen Leben.  Als dann Jakob auch im Ziel war, kam plötzlich ein Sturm auf und das Zelt wackelte sehr. Wir ergriffen die Flucht, ich schaffte es gerade noch das Zelt zu verlassen, als es hinter mir zusammenbrach. Mein Freund und 100. von Leuten waren noch drin, aber zum Glück kam Jakob bald unverletzt aus dem Zelt gekrochen. Es herrschte Ausnahmezustand und das Rennen wurde kurzzeitig abgebrochen. Wir ergriffen die Flucht, das Militär rannte uns entgegen, um die Leute aus dem Zelt zu bergen. Als wir unser Rad und unsere Wechselbeutel geholt hatten, hörte man nur noch die Sirenen der Rettungsfahrzeuge und wir waren auf dem Weg zum Hotel. Ich brauchte dringend ein Bett, damit mein Magen endlich Ruhe hatte. Der Sturm legte sich aber bald wieder und so wurde das Rennen doch weitergeführt.

Ergebnisse    Bericht IM Südafrika Salzburg Traunsteiner Tagblatt.pdf

Am nächsten Tag konnte ich dann wieder Nahrung zu mir nehmen und in der Presse wurde mitgeteilt, das die Ausmaße des Unglücks nicht ganz so schlimm waren, wie erwartet. Es wurde ein Arzt am Kopf verletzt und vielen Andere kamen mit leichten Verletzungen davon. Für mich war es mal wieder eine extrem Erfahrung mehr, was möglich ist, wenn der Wille bleibt, obwohl der Körper schon aufgibt.

 IM Südafrika Rad.jpegIM Südafrika Rad Hang Loos.jpegIM Südafrika Lauf.jpegZiel web.jpeg IM Südafrika jakob u.JPG Ergebnisse         

   

 

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